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Berlin - Die Sinfonie der Großstadt

Stummfilm - Deutschland 1927, Produktion - Deutsche Vereins -Film AG, Berlin, Regie - Walther Ruttmann, Idee - Carl Mayer, Buch - Karl Freund, Kamera - Reimar Kuntze, Robert Baberske, Lászlo Schäffer, Musik - Edmund Meisel (Original 1927)

Uraufführung - 10. Jan. 1927 im Ufa-Pavillon, Berlin

Musik:
Schlagwerk, Synthesizer, Neukomposition - Pierre Oser


 Walter Ruttmann: 

"Von vornherein war klar, daß die volle Verantwortung för jede Bildeinstellung, für, Licht, Tempo, Stimmungscharakter jedes einzelnen Filmmeters in meiner Hand liegen musste, um das entstehen zu lassen, was ich wollte. Die Aufnahmen begannen und damit eine lange Zeit physischer Strapazen und größter Geduldproben für meine treuen Operateure und mich. Wochen und Wochen versammelten wir uns früh um 4 Uhr, um "die tote Stadt" zu drehen. Natürlich war es nicht möglich, sich einfach aufzustellen und aufzunehmen. Mit unendlicher Tücke und Sprödigkeit versuchte Berlin sich der Unerbittlichkeit meines Objektives zu entziehen.(...)
Das Schwerste waren vielleicht die Aufnahmen des schlafenden Berlins. Es ist unendlich viel leichter mit Tempo und Ruhe zu operieren, als in der Ruhe und Starrheit eine konsequente Bewegungslinie durchzuhalten.
(...) Beim Schneiden zeigte sich, wie schwer die Sichtbarmachung der sinfonischen Kurve war, die mir vor Augen stand. Viele der schönsten Aufnahmen mußten fallen, weil hier kein Bilderbuch entstehen durfte, sondern so etwas wie das Gefüge einer komplizierten Maschine, die nur in Schwung geraten kann, wenn jedes kleinste Teilchen mit genauester Präzision in das andere greift. Es gibt viele, die gewohnt sind zu hören - Bewegung erleben lernen wir erst, und wie einem Kinde alles auf die einfachste Formal gebracht werden muß, so muß es auch hier geschehen. Ich glaube, daß die meisten, die an meinem "Berlin-Film" den Rausch der Bewegung erleben, nicht wissen, woher ihr Rausch kommt. Und wenn es mir gelungen ist, die Menschen zum Schwingen zu bringen, sie die Stadt Berlin erleben zu lassen, dann habe ich mein Ziel erreicht und damit den Beweis gegeben, daß ich recht habe."